Mein osteopathischer therapeutischer Ansatz hat sich über 30 Jahre aus der Praxis heraus entwickelt und vereint Elemente in erster Linie aus drei wirkungsvollen Verfahren: dem Fasziendistorsionsmodell (FDM), Dry Needling und klassischer Tiefenmassage. Aus der gezielten Kombination dieser Techniken ist ein eigener, individueller Behandlungsstil entstanden, der sich an den jeweiligen Beschwerden und dem Gewebezustand jedes Patienten orientiert.

Ergänzend fließen Grifftechniken aus der craniosacralen Therapie in meine Arbeit ein – allerdings mit deutlich mehr Krafteinsatz und Zugintensität, als in der klassischen, eher sanften Cranio-Praxis üblich ist. Diese bewusst intensivierte Anwendung zielt darauf ab, tieferliegende Spannungsmuster direkter und nachhaltiger zu lösen.

Das Ergebnis ist ein eigenständiges Behandlungskonzept, das die Präzision des FDM, die punktuelle Wirkung des Dry Needling, die lösende Kraft der Tiefenmassage und die strukturelle Weite craniosacraler Grifftechniken miteinander verbindet.

Die Therapieformen im Einzelnen

Dry Needling ist eine Behandlungstechnik, bei der dünne, sterile Nadeln (ähnlich wie Akupunkturnadeln) gezielt in verspannte Muskelpartien, sogenannte Triggerpunkte, eingestochen werden. Diese Triggerpunkte sind kleine, verhärtete Knoten im Muskel, die Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken können.

Durch das Einstechen der Nadel wird ein lokaler Reiz gesetzt, der die Muskelverspannung löst, die Durchblutung verbessert und den Schmerz reduziert. Anders als bei der traditionellen Akupunktur basiert Dry Needling auf westlich-medizinischem, anatomischem Wissen über Muskeln und Nervenbahnen, nicht auf Energiebahnen.

Während der Behandlung kann es zu einem kurzen Muskelzucken oder einem leichten Ziehen kommen, das Patienten oft als unangenehm, aber erträglich beschreiben. Nach der Sitzung fühlt sich der Muskel manchmal noch ein bis zwei Tage etwas wund an, ähnlich wie nach intensivem Sport. Häufige Anwendungsgebiete sind Verspannungen im Nacken, Rücken oder in den Schultern sowie chronische Schmerzsyndrome.

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) wurde vom amerikanischen Arzt Stephen Typaldos in den 1990er-Jahren entwickelt. Die Grundidee: Viele Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen nicht durch Schäden an Knochen oder Gelenken, sondern durch kleine “Verdrehungen” oder Fehlstellungen im Fasziengewebe – dem bindegewebigen Netz, das Muskeln, Sehnen, Bänder und Organe umhüllt und verbindet.

Therapeutisch arbeite der FDM-Behandelnde mit gezieltem manuellem Druck, um die jeweilige Gewebestörung zu lösen. Ziel ist, dass die Faszie wieder in ihre normale Struktur zurückfindet und Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen dadurch nachlassen. 

Tiefenmassage (auch Tiefengewebsmassage genannt) ist eine Massagetechnik, bei der mit starkem, gezieltem Druck tiefere Muskel- und Bindegewebsschichten behandelt werden – im Gegensatz zur klassischen, eher oberflächlichen Massage. Sie wird vor allem bei chronischen Verspannungen, Muskelverhärtungen, Narbengewebe oder nach Sportverletzungen eingesetzt.

Dabei arbeitet die Therapeutin oder der Therapeut mit langsamen, kräftigen Strichen entlang der Muskelfasern, oft mit Fingern, Knöcheln oder Ellenbogen, um Verklebungen im Gewebe zu lösen und die Durchblutung anzuregen. Das kann während der Behandlung unangenehm oder leicht schmerzhaft sein, sollte aber nie als unerträglich empfunden werden.

Nach der Behandlung können ein bis zwei Tage Muskelkater-ähnliche Beschwerden auftreten – das ist normal.

Ausreichend Wasser trinken hilft, gelöste Stoffwechselprodukte abzutransportieren.


Craniosacrale Therapie ist eine sanfte manuelle Behandlungsmethode. Der Therapeut legt die Hände meist leicht auf Kopf, Wirbelsäule oder Kreuzbein und versucht dabei, einen feinen “Rhythmus” zu spüren, der mit der Fließbewegung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit zusammenhängt. Ziel ist es, Spannungen zu lösen und so Beschwerden wie Kopfschmerzen, Stress, Verspannungen oder Schlafprobleme zu lindern. 
Diese Therapie habe ich erlernt und wende sie in abgeänderter Form mit deutlich mehr Zugintensität an.